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News und Berichte rund ums Jodlerfest

Verheissungsvoller Auftakt zum 51. Bernisch-Kantonalen Jodlerfest

Seit dem frühen Freitagnachmittag ist das 51. Bernisch-Kantonale Jodlerfest in Wangen an der Aare im Gang. Der feierliche Eröffnungsakt ging jedoch erst um 16 Uhr in Szene. Auf einem Pontonierboot wurde die Kantonalfahne von Vertretern des letzten Bernisch-Kantonalen Jodlerfests in Steffisburg 2016 zum Salzhaus und damit an Land gebracht. Nach ein paar Worten von Regierungsstatthalter Marc Häusler stimmten die drei Trägervereine das Lied «Am Aarelouf» von Hannes Fuhrer an und sorgten damit quasi für den musikalischen Startschuss der drei Festtage. Auch inhaltlich passte das Lied wunderbar, ganz nach dem Motto des Fests: «Urchig und gmüetlech am Aarelouf». Und dies bei besten äusseren Bedingungen.

Nächster Fixpunkt der Fahne war das Festzelt Schlossgarten, wo OK- und Gemeindepräsident Fritz Scheidegger die Gäste willkommen hiess. Er bedankte sich bei den Vertretern von Steffisburg für die Übergabe der Fahne und schwang sie stolz auf der grosszügigen Bühne. Sein Dank ging aber auch an die vielen Helfer, welche an den drei Tagen einen grossen Einsatz leisten. Sodann wünschte er allen Gästen, vor allem aber auch dem OK, ein tolles Fest und damit auch den Lohn für die geleistete Arbeit im Vorfeld.

Erste Lorbeeren konnte sich insbesondere einer der drei Trägervereine noch am Freitagabend abholen. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Reformierten Kirche eröffnete der Jodlerklub Heimelig aus Wangenried den Reigen der Jodelgesänge und wusste zu überzeugen. Der Auftritt vor heimischem Publikum sei ein ganz besonderes Erlebnis gewesen, resümierte Charlotte Gygax stellvertretend: «Wir haben das Stück sehr gefühlsvoll interpretiert». Die Gastgeber wählten nicht irgendein Lied für ihren Vortrag, sondern präsentierten den vielen bekannten Gesichtern «Am Aarelouf» von Hannes Fuhrer. Zu Ehren des 75-Jahr-Jubiläums der Trachtengruppe Wangen und Umgebung wurde das Jodellied geschrieben, wobei dem Jodlerklub Heimelig ein ganz besonderes Privileg zuteil wird: Nur er darf nämlich im Liedtext «ufem Galge» singen, für alle anderen heisst es «uf dr Höchi».

Gelungen ist aber nicht nur der erste Auftritt der gastgebenden Jodler – das gesamte Fest ist prima aus den Startlöchern gekommen. Die Wettlokale waren allgemein sehr gut besucht und auch die Festwirtschaften haben den ersten Tag über Erwarten gut abgeschnitten. Wer weiss: Vielleicht lag es an den imposanten Bauten, welche das Team von Bau-Chef Markus Hummel in den letzten acht Tagen auf das Festgelände zauberte. Überzeugen Sie sich selber vom wunderbaren Jodlerdorf hinter dem Pontonierhaus oder dem Festzentrum im Schlossgarten. Jedes Zelt lädt mit einer individuellen Speisekarte und speziellem Ambiente zum Verweilen ein.

Der Samstag steht ganz im Zeichen der Vorträge der Jodler, Fahnenschwinger sowie Alphorn- und Büchelbläser. Von 10 Uhr bis nach 22 Uhr ist in den sechs Wettlokalen Betrieb, und durchgehend ist auch «uf dr Gass» ein spontaner Vortrag zu geniessen.

Dreschen wie anno dannzumal

Wie haben die Schweizer Bauern früher gearbeitet? Das fragt man sich zuweilen, wenn man all die modernen Maschinen und Gerätschaften sieht, welche den Bauern heutzutage die Arbeit erleichtern. Eine Vorstellung dessen, wie die Arbeiten vor 50 oder mehr Jahren vonstattengingen, erhält man an diesem Wochenende in Wangen an der Aare. Auf der Allmend-Wiese in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs stellt der Verein «Freunde alter Landmaschinen Oberaargau» FALO nämlich Arbeitsgeräte und Maschinen von anno dannzumal aus.

Zum Beispiel eine Dreschmaschine, welche bis in die 50er-Jahre in Betrieb war und den Bauern das Bearbeiten des Korns erleichterte. Doch lange nicht jeder Bauer verfügte damals über eine eigene Maschine. In einem grösseren Dorf waren es vielleicht deren zwei, welche die anderen Bauernbetriebe im Turnus mit dem Gerät belieferten – genauso, wie es heute mit den Mähdreschern üblich ist. Das Modell auf der Allmend ist dreiteilig, mit einem Eingeber (produziert von der Firma Ammann in Langenthal), der Sortiermaschine in der Mitte sowie dem Schlussteil, wo die Strohballen von Hand gebunden werden. Angetrieben wird die Maschine von einem sogenannten Bernhard-Motor mit einem Zylinder, welcher mit Diesel betrieben wird.

Spätestens ab den 60er-Jahren stellten die Bauern auf die Mähdrescher um, welche den Arbeitsprozess um ein Vielfaches beschleunigten. Ab sofort wurde alles ohne Zutun von Handarbeit erledigt, und das praktisch in einem Arbeitsgang. Die Drescher von damals sind mit den High-Tech-Maschinen von heute aber nicht mehr vergleichbar. Die Technik hat seit dem ersten Mähdrescher riesige Fortschritte gemacht, was sich natürlich auch in der Produktivität niederschlägt.

Den Markt auf weichen Sohlen erkunden

Was wäre ein Jodlerfest ohne die Flaniermeile mit Marktständen. Da kommt Stimmung auf und die Angebote überraschen immer wieder. Nebst Kleidung und Accessoirs aus dem Trachten- und Edelweissbereich locken Produkte aus der Region als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Auch für Schmerzgeplagte gibt es wirksame Abhilfe: Murmeltiersalbe. Die Verkäuferin berichtet glaubhaft, dass dieses Mittel bei ihr persönlich innert fünf Minuten geholfen hat. Man sieht: Markt heisst auch beste Unterhaltung.

Auf weichen Sohlen Ein Marschhalt am Stand von Richi Schneider aus Schaffhausen drängt sich nicht nur wegen seiner Liebe zum heimatlichen Dialekt auf. Zunächst, weil er es geschickt versteht, Passanten in ein Gespräch zu verwickeln. Da kann er auch schnell ein kleines Feuer entzünden und den Eindruck erwecken, „abgebrannt“ zu sein.
Doch dann fällt der Blick auf die durchaus modischen Holzzoggeli. Es gibt sie in verschiedenen Farben und Materialien, gar mit Fell. Doch der Clou daran ist: Es sind die einzigen Holzzoggeli mit beweglicher Sohle. Das macht die Sache interessant. Der Marktfahrer nutzt das Interesse der möglichen Kunden. Er zeigt, das Rohmaterial nach verschiedenen Arbeitsschritten und erklärt wie die Streifen aus Naturkautschuk ins Holz kommen – und damit für die Beweglichkeit der Sohlen sorgen. Er fügt an, dass ausschliesslich Weidenholz verarbeitet wird. Zwar nicht von ihm als gelerntem Schlosser und Zimmermann. Fabriziert werden die Zoggoli in einem Familienbetrieb in Südkärnten (Österreich). Die vierte Generation führt mit der Fabrikation von Holzschuhen fort was 1922 begann.
Auch uns Schweizern steht es gut an, auf weichen (Holz-) Sohlen durchs Leben zu gehen. Richi Schneider macht es vor. Seit zehn Jahren ist sein Stand ein Publikumsmagnet auf vielen Märkten. „Hier gefällt es mir ganz besonders gut“, verrät er noch. „Die Jodler sind ein friedliches Völklein.“

Die Heimweh-Berner sind da

Immer wieder sind Berner aus beruflichen Gründen in die Ostschweiz ausgewandert. Geblieben ist die Verbindung zur alten Heimat. Ein gutes Beispiel dafür ist Fritz Liechti. Er hat in seiner neuen Heimat vor sieben Jahren die Schwyzerörgelifründe Bergkristall Niederuzwil gegründet. Eine stramme Truppe mit inzwischen bald 20 Frauen und Männern. Etliche davon spielen mehrere Musikinstrumente. „Sicher zwei Drittel haben einen Berner-Hintergrund“, versichert der Initiant und Leiter der ungewöhnlichen Musikformation.

Gemeinsame Auftritte sind nebst den Proben schöne Gelegenheiten, die ursprüngliche Heimat aufleben zu lassen. Einer davon findet am 51. Bernisch-Kantonalen Jodlerfest in Wangen an der Aare statt. Angefangen hat er am Samstag mit der Einfahrt. Und nur das ist schon ein kleines Spektakel. Ein antiker Aebi-Einachser zieht zwei massiv gebaute Holzwagen. Bei jedem Halt werden die Örgeli, ein Bartisch und weitere Utensilien ausgepackt. Kein Wunder, das das Publikum sofort bereitsteht. Mit urchigen Stücken und Gesang verbreiten die Bergkristall-Berner sofort Freude.

Nebst dem spontanen Teil, der jeweils voller Überraschungen steckt, folgt am Sonntag die Teilnahme am Umzug. „Wir sind die Nummer 4“, erklärt Fahrer Werner Christen. Auch er hat Berner Wurzeln. Allerdings war es schon sein Grossvater, der in die Ostschweiz ausgewandert ist. Werners Frau Ruth spielt Schwyzerörgeli und hat jedesmal einen speziellen Rucksack dabei. Der Inhalt – eine Ostschweizer Spezialität – wird jeweils an gute Bekannte und am Umzug verteilt. – Prost Heimweh-Berner!

«Urchig» und sehr gemütlich

Tag 2 am Bernisch-Kantonalen Jodlerfest in Wangen an der Aare stand ganz im Zeichen des Mottos «Urchig und gmüetlech am Aarelouf». Bevor in den sechs Wettlokalen die ersten Vorträge starteten, dominierte auf dem Festgelände vor allem eine Farbe: königsblau. Die unzähligen Helfer – bis Festende werden über 1200 von ihnen im Einsatz gestanden haben – begaben sich in ihren markanten blauen T-Shirts zu den entsprechenden Einsatzorten und wurden auf die nächsten Stunden vorbereitet. Und die sollten es in sich haben. Alle mussten «chrampfen», um den Ansturm der vielen Besucher bewältigen zu können – getreu dem Aufdruck «Chrampfer» auf dem Rücken.

Wie ein Magnet zog das schmucke Aarestädtchen ab der zweiten Morgenhälfte die Besucher aus nah und fern an. Ob eine kleine Gruppe in Appenzeller Tracht oder Vertreter aus dem Berner Jura: Alle wollten sie sich den Prachttag im Oberaargau nicht entgehen lassen. Weit über die Stadtmauern und das Jodlerdorf hinaus war während des ganzen Tages emsiges Treiben. Im Bereich der Badi bereiteten sich die Alphornbläser auf ihre Einsätze vor, um kurze Zeit später auf dem Kasernenareal einen möglichst harmonischen Vortrag abliefern zu können. In unmittelbarer Nähe zeigten zudem die Fahnenschwinger ihre Fertigkeiten.

Die Jodler wiederum traten rund um den historischen Stadtkern zusammen. In vier Wettlokalen (Salzhaus, Turnhalle, Reformierte und Katholische Kirche) nutzten sie die grosse Bühne und sangen ihre Lieder vor – wie bereits am Freitag – sehr gut gefüllten Zuschauerrängen.

Das Brauchtum wurde aber vor allem auch draussen gelebt, im Städtchen oder dem angrenzenden Jodlerdorf. Überall gab es während des ganzen Tages spontane Vorträge zu geniessen, in einer lockeren und ungezwungenen Atmosphäre. Viele Besucherinnen und Besucher genossen das musikalische Potpourri und verweilten in den Altstadtgassen oder entlang der Aare. Mit Fortdauer des Abends füllten sich dann aber die Sitzplätze in den Festzelten, in welchen durchwegs Hochbetrieb herrschte.

Reich befrachtet an Höhepunkten bildet der Sonntag bereits den Abschluss des 51. Bernisch-Kantonalen Jodlerfests. Ab 9 Uhr gibt sich im Festzelt Schlossgarten unter anderen Bundesrat Guy Parmelin die Ehre und richtet das Wort im Rahmen des offiziellen Festakts an die Festgemeinde; das Apéro im Anschluss ist offeriert. Weiter geht der dritte Festtag mit dem 50 Sujets umfassenden Umzug, ehe das intensive Wochenende in den Festwirtschaften seinen Ausklang findet.

Jodler feierten Mitternacht im Schlossgarten

Mit einem gewaltigen Bild und einzigartiger Stimmung begann am Samstag um Mitternacht der dritte Tag des Bernisch-Kantonalen Jodlerfests in Wangen an der Aare. Tausende Jodler, Alphornbläser, Fahnenschwinger und Gäste strömten für den Mitternachtsjutz in den Schlossgarten. Akustisch stimmte die Alphorngruppe Oberaargau unter Leitung von Max Sommer die Festgemeinde auf den neuen Tag ein. Bevor die Oberaargauische Jodlervereinigung unter Leitung von Walter Stadelmann zum Mitternachtsjutz anstimmen konnte, richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Holzbrücke. Lautstark machten sich Geisselchlöpfer des Trychlervereins Schindellegi bemerkbar. Die Schwyzer beteiligen sich am Sonntag mit Trycheln und Geisselchlöpfen am Festumzug. Ein Teil der Gruppe war schon am Samstagnachmittag angereist und prägte den Mitternachtsjutz mit neuen Elementen. Die beiden Geisselchlöpfer erhielten beim Marsch zum Schlossgarten schnell den gebührenden Platz. Dahinter folgten Trychler, die mit dem rhythmischen Klang ihrer „Instrumente“ zu den bedächtigen Schritten an eine Kuhherde erinnerten. Dieses Geläut erfüllte den ganzen Platz und berührte wohl jedes Herz.

Schliesslich stellte sich einer der Geisselchlöpfer auf einen Tisch und gab mit einigen Takten des Chrüzlistreichs eine Kostprobe eines alten Schwyzer Brauchs: Immer am Dreikönigstag messen sich im Kantonshauptort Schwyz Geisselchlöpfer auf dem Hauptplatz im Chrüzlistreich. Im Schlossgartenin Wangen ging es mit weiteren Alphornmelodien und mehreren Jodelliedern weiter. Bei „Bärnbiet, mini Heimat“, stimmten wohl alle Jodler und Besucher singend oder summend mit ein. Die friedliche Stimmung und die prächtige Sommernacht trugen dazu bei, dass das Fest noch stundenlang weiterging.

Zweimal den Weg ans Jodlerfest gemacht

Das Bernisch-Kantonale Jodlerfest in Wangen an der Aare hat gezeigt, dass durchaus Nachwuchs vorhanden ist. Nicht nur singender, sondern auch musizierender. Fast den ganzen Tag über griff Dominic Janz aus Eriswil (rechts im Bild) immer wieder zu seiner Handorgel und prägte die gute Stimmung mit. Er wollte das Fest zusammen mit Bruder Jonas Lanz besuchen weil ihr Vater im Jodlerklub Huttwil mitsingt. „Zuerst war ich ohne Handorgel hier. Doch dann wollte ich sie unbedingt holen“, sagte der Viertklässler. Sein Bruder – der als Tambour musikalisch nicht zum Zug kam - und eine Begleitperson unterstützten Dominic. Das Publikum applaudierte und spontan gab es für den Nachwuchsmusikanten einige Batzen.

Traditionen als Grundlage für Stärke

Mit dem Festakt mit Fahnenübergabe wurde am Sonntag der dritte Tag des 51. Bernisch-Kantonalen Jodlerfests eröffnet. Bundesrat Guy Parmelin wies in der Festansprache darauf hin, dass Bräuche und Traditionen den Lebnsrhythmus bestimmen. Dabei habe Musik eine zentrale Rolle. „Dieses Jodlerfest steht für ein authentisches Land. Es gibt den Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält“; betonte der Bundesrat. Wie im Jodel wo Brust- und Kopfstimme wichtig sind, brauche es überall im Leben Herz und Verstand.

Eröffnet wurde der Festakt von OK- und Gemeindepräsident Fritz Scheidegger. „Die Fahnen fliegen heute hoch und die Alphörner erklingen“, sagte er zum Festtag bei der Begruessung der zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Jodlerverband. Er lobte Wangen als Ort zum arbeiten, leben und festen. Die zweijährige Vorbereitungszeit für das Jodlerfest verglich er mit einer Achterbahnfahrt. „Der heutige Tag berührt die Seele“, schloss er – ergänzt mit Dankesworten an alle Beteiligten.

Schliesslich überbrachte Jürg Marti; ok-Präsident des Jodlerfestes in Steffisburg, nicht Steine; sondern die Verbandsfahne. Im Weiteren kamen Stefan Haldimann, Präsident des Bernisch Kantonalen Jodlerverbans, DomherrAlex Maier und Pfarrerin Evelyne Zwirtes zu Wort. Auch Regierungspräsident Christoph Neuhaus widmete seine Grussworte dem Jodeln, das er als Form der Kommunikation beschrieb.

Der Festakt wurde von Dominik Jäggi moderiert und musikalisch von den drei Trägervereinen des Jodlerfests, der Alphorngruppe Oberaargau, der Musikgesellschaft Regio WiWa umrahmt. Nach dem Gesamtchor folgte ein Apéro und das Festbankett.

Auch mit dem Umzug vom Nachmittag wurde dem Motto „urchig und gmuetlech am Aarelouf“ nachgelebt.

Ein Sonntag im Zeichen der Fröhlichkeit

Der dritte Tag des Bernisch-Kantonalen Jodlerfests in Wangen an der Aare wurde zum erhofften Höhepunkt und bildete einen grandiosen Abschluss der Festivitäten. Stimmungsvoll starteten die vielen geladenen Gäste und Festbesucher am offiziellen Festakt in diesen Sonntag. Das Festzelt im Schlossgarten bot mit der grosszügigen Bühne und dem Springbrunnen in seiner Mitte einen wunderbaren Rahmen. Nach einleitenden Klängen der Alphornbläsergruppe Oberaargau war es an Fritz Scheidegger, die versammelte Festgemeinde zu begrüssen.

Als Achterbahnfahrt umschrieb der OK- und Gemeindepräsident die lange Vorbereitungszeit von zwei Jahren, mit Höhen und Tiefen, aber mit einer sicheren Landung rechtzeitig zu Festbeginn. Die Spannung, so Scheidegger, habe sich mit dem Auftakt gelöst und gewissermassen in drei «urchigen und gemütlichen Tagen am Aarelouf» entladen – getreu dem Motto des 51. Bernisch-Kantonalen eben. Dass man wohnen, leben, aber auch festen kann in Wangen, hätten diese Tage wieder einmal eindrücklich bewiesen, zeigte sich der OK-Präsident auch ein wenig stolz über das Erreichte.

Untermalt von musikalischen Darbietungen der anwesenden Jodlerinnen und Jodler sowie der Musikgesellschaft Wiedlisbach-Wangen war es am OK-Präsident des letzten Kantonal-Jodlerfests in Steffisburg, Jürg Marti, und an Kantonalpräsident Stephan Haldemann, ein paar Worte an die Besucherinnen und Besucher zu richten. «Brauchtum gibt Halt», strich Haldemann die Wichtigkeit unserer Traditionen heraus. «Es bedeutet ein Stück Heimat. Solange die Heimat da ist, und dazu gehören all die Bilder, Wörter, Lieder oder Melodien, spürt man sie kaum; wenn sie aber fehlt, vermisst man sie.»

Gibt's dereinst einen «Parmelin-Marsch»? Als höchster Festredner schritt alsdann Bundesrat Guy Parmelin ans Rednerpult. Als Departementschef des VBS ist ihm Wangen an der Aare nicht unbedingt des schönen «Aareloufs» wegen ein Begriff, sondern eher aufgrund des Waffenplatzes. Diesen wolle man, liess er durchblicken, noch weiter entwickeln. Entsprechende politische Prozesse seien im Gang.

Parmelin bedankte sich zu allererst beim OK für das schöne und gelungene Fest, für den grossen Aufwand, dem Brauchtum und den Traditionen an einem so wichtigen Anlass den nötigen Raum zu geben. Alle Regionen der Schweiz würden über ihre ganz eigenen Traditionen verfügen, welche den Lebensrhythmus bestimmen. Er behaupte, in der Schweiz sei immer gerne gesungen und musiziert worden, besonders in der Armee mit der vielfältigen Marschmusik. «Ob es allerdings einmal einen Parmelin-Marsch geben wird – das werden wir sehen», hatte der Bundesrat die Lacher auf seiner Seite.

Voller Einsatz am Umzug Die Landesverteidigung orientiere sich in ihrer Funktionsweise auch am Jodeln. Darin widerspiegle sich das Herz in der Bruststimme zusammen mit dem Verstand in der Kopfstimme. Natürlich sei eine gesunde finanzielle Basis die Voraussetzung für eine funktionierende Landesverteidigung. Das alleine reiche aber nicht: «Es braucht auch die Liebe für unser Vaterland. Wir müssen uns bewusst sein, was das Land für einen geschaffen hat.» Entsprechend liege es in der Verantwortung jedes Einzelnen, sich für unser Land einzusetzen.

Vollen Einsatz lieferten auch die mehr als 1200 Teilnehmenden des Umzugs am Nachmittag. Dicht gedrängt verfolgten tausende von Besuchern den finalen Höhepunkt der drei festlichen Tage in Wangen und staunten ob der Vielfalt und der verschiedenen Facetten, welche die exakt 50 Sujets auf die Wangener Strassen zauberten. Sie alle sorgten für einen abwechslungsreichen und tollen Abschluss des 51. Bernisch-Kantonalen Jodlerfests 2018.